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Heizsysteme für Naturstein + Keramik

Vom Prototypen bis zum fertigen Produkt in sieben Monaten
Im Winter 2016 hatten wir unsere Prototypen der Carbonheizung für Küchen, Tische und Schreibtische im Niedervoltbereich vorgestellt. Damals noch sehr klobig und geringfügig regelbar, ist heute daraus ein schickes und nützliches Feature für Naturstein und Keramik geworden.

Für welche Anwendungen ist diese Wärmequelle geeignet?
Die Heizbahnen gibt es für verschiedenste Anwendungsgebiete. Die bekanntesten sind Fußböden und „Schimmelecken“. Eine Neuheit ist die Anwendung als Wärmelieferant unter Küchenarbeitsplatten, Schreib- und Esstischen und natürlich auch Duschwänden oder -wannen und Liegen. Das Argument, was alle oft hören ist „Stein ist aber kalt“. Das ist nicht mehr so.

Welche Temperaturen kann man mit dem System erreichen?
Das hängt vom System ab. Im Interieurbereich ist eine Temperatur von max. 28°C bis max. Körpertemperatur regelbar, absolut ausreichend um ein Wärmegefühl entstehen zu lassen. Die Breite von 60 cm und ca. 132W/lfdm ist die Standardlösung. Spezielle, abweichende, Lösungen müssen angefragt werden.

Woraus besteht die Heizung?
Die Heizbahn besteht hauptsächlich aus Carbon-Fasern, die in Vlies gepresst sind und stromführende Kupferstreifen links und rechts der Bahnen. Der innere Widerstand der Bahnen führt dann zu einer gleichmäßigen Erwärmung. Die Verbindung beider Komponenten ist der Garant für eine homogene Energieverteilung.

Kann man die Matten zuschneiden?
Ja, aber nicht beliebig. Bitte beachten sie, dass die Bahn immer gerade im rechten Winkel geschnitten wird. Beim Einsetzen von Schaltern, Abläufen usw. beachten Sie bitte die beigefügten Skizzen.

Wie verklebe ich die Matten?
Mit Epoxydharzharz, wie auch für die 3+3cm Verklebung. Hierbei ist bei Naturstein immer darauf zu achten, dass keine Lücken oder Luftblasen entstehen, durch die Feuchtigkeit kapillar an die Heizung gelangen kann. Bei Keramik ist dies nicht 100 %ig notwendig, aber 90 % sollten nicht unterschritten werden um die Wärmeleistung nicht schwanken zu lassen. In Nassbereichen ist es absolut erforderlich, dass die Heizbahn entweder mit einer wasserabweisenden Folie (PET oder PEX) oder einer Reaktionsharzschicht vollständig nach außen abgedichtet ist. (Feuchtraum–Installationen müssen gegen Berühren oder Wasser geschützt werden).

Benötigt man einen Elektriker für den Anschluß an die Steckdose?
Absolut „Ja“, da der Ringkerntrafo an das 220 V Netz angeschlossen werden muss. Meistens werden die Trafos hinter Revisionsöffnungen in geeigneten „Aufputzgehäusen“, oder in entsprechenden Unterputzgehäusen vom Elektriker montiert. Im Moment gibt es noch keine vom Hersteller zugelassenen direkt anschließbaren Systeme,
da die Stromentnahme (z. B. zehn Schreibtische an einer Steckdose) kontrolliert erfolgen muss. Auch dafür benötigt man den Elektriker. Nach dem Trafo ist die Spannung bei 24 V und liegt damit im Bereich der Kleinspannung nach IEC 60449 (nicht zu verwechseln mit der Niederspannungsrichtline, die den Bereich zwischen 50V und 1000V regelt).

Wie regelt man die Temperatur?
Dafür gibt es eine Regeleinheit, die für eine Wandmontage oder auch „flach“ genutzt werden kann. Normalerweise wird eine „Stufe“ vorgewählt, wie bei der Klimaanlage im Auto, die Luxusversion (Klimaautomatik) regelt über Oberflächensensoren die eingestellte Temperatur.

Was verträgt das Material nicht?
Die Heizbahnen bestehen aus Metallen und organischen Komponenten und werden bei Kontakt mit Bleichmitteln, Hochalkalien (Natronlauge) oder starken Säuren (Salzsäure, Ameisensäure..) angegriffen und im schlimmsten Fall zerstört.

Muss ich die Fugengröße ändern?
Bei diesem Temperaturbereich (siehe oben) sehen wir keine Veranlassung dazu. Bei Fußbodenfolien mit höherer Leistung zur Raumheizung ist genauso wie bei einem konventionellen System zu handeln.

Woraus besteht das „Tisch- und Duschset“?
Im Tischset ist die Regeleinheit / Temperaturfühler, die Heizbahn mit 132W lfdm, der Ringkerntrafo und ein Niedervoltkabel enthalten.