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Belgisch Schwarz | Pierre Bleue

Kalkstein

Gesteinsart

Kalkstein

Untergruppe

Herkunft

Belgien

Erdzeitalter

345 Mill. Jahre

Geologische Geschichte

Der Name „Belgisch Granit“, unter dem der Stein auch im Handel auftaucht, ist natürlich für einen Kalkstein irreführend. In der Wallonie hießen die sehr harten und mikrokristallinen Kalke „Petit Granit“, was „Kleiner Granit“ bedeutet. Im Gegensatz dazu waren die darunter liegenden Schichten aus rotem und grauen Kalkstein „weich“ und wesentlich leichter zu bearbeiten. In Deutschland machte man aus dem „kleinen Granit“ den „belgischen Granit“ und sorgt seit Jahrhunderten für falsche Vorstellungen für diesen Stein.

Mit dem Ende des Zeitalters des Devon, in dem sich in dem Henngaubecken der rote und graue Kalkstein „abgelagert“ hatte, setzte die Bildung der anthrazitfarbenen und fossilienbesetzten Belgischen Kalksteine an.

Vor 345 Mill. Jahren bildeten sich die Schichten im Zeitalter des Karbon. Dieses Zeitalter war auch in der Erdgeschichte etwas Besonderes. Ein Sauerstoffgehalt von bis zu 30 % in der Atmosphäre ließ das Leben explodieren. Libellen mit einer Spannweite von mehr als einem Meter fanden sich in Fossilienlagerstätten aus dieser Zeit. Die Steinkohlewälder des Karbon waren entscheidend für spätere Industrialisierung Europas. In den Brackwassersümpfen tummelte sich vielfältiges Leben. Schwämme, Korallen, Muscheln und andere "Schalentiere“ lebten und starben. Am Grund war schwefeliges und sauerstoffarmes Wasser und konservierte die Kalkschalen. Die Urwälder lieferten eine weitere organische Komponente, den Kohlenstoff für die bituminösen Stoffe, die für die dunkle Farbe verantwortlich sind. Durch Verdunstung des Wassers bildeten sich mikrokristalline Calzite, in denen die anderen Fossilien und Mineralien eingelagert wurden. Auch Kohleadern sind nicht selten. Zwischenschichten aus Ton, die aus Überschwemmungen stammten, bildeten natürliche Trennlagen zwischen den einzelnen Lagen. Wie beim Jurakalk gibt es für die Architektur brauchbare und weniger brauchbare Schichten. Letztere dienen heute noch zur Zementherstellung

Durch Druck wurde das Wasser „ausgetrieben“ und der feste Kalkstein bildete sich - teilweise unter 180 m dicken andersartigen Ablagerungen.

Information Verwendung

Seit Jahrhunderten für Innen- und Außenbereiche angewendet.